Was ist der Drachengarten ?

Der Drachengarten steht als Analogie für den Garten des Lebens und für die Spielräume unseres Seins. Dieser Garten - also unser Leben - hat viele verschiedene Zonen und Bereiche mit jeweils bestimmten Eigenschaften, wie z.B. eine bestimmte Bodenqualität, bestimmte Lichtverhältnisse, viel oder wenig Feuchtigkeit, bestimmte Pflanzen und Tiere usw. Im Laufe des Lebens wandeln und entwickeln sich all diese Bereiche und entsprechend ihre jeweiligen Eigenschaften – somit verändert sich der gesamte Garten. Vielleicht blühen manche Bereiche auf, während andere vielleicht in den Schatten geraten und scheinbar verkümmern – oder ein vom Wind umgestürzter Baum zerstört das Blumenbeet oder blockiert einen Gehweg. Ein rundum fruchtbarer und vielfältig blühender Garten benötigt in vielen Bereichen und Situationen ein Minimum an Zuwendung (siehe auch "Veränderung").

 

Doch auch wenn dies gegeben ist, kann es vorkommen, dass der Garten (oder ein Teil des Gartens) von einem Drachen heimgesucht wird. Für die meisten Menschen haben diese Drachen, gerade wenn sie im eigenen Garten auftauchen, etwas Beeindruckendes oder gar Furchteinflößendes an sich. Manchmal hat man ihre Ankunft bzw. ihre Präsenz vielleicht eine Weile gar nicht wirklich bemerkt und man spürt nur sehr vage, dass etwas nicht stimmt. Manchmal stolpert man geradezu über ihren Schwanz und erschrickt dabei ziemlich arg. Somit gewinnen wir leicht den Eindruck, der Drache sei uns feindlich gesinnt und stelle für uns eine Gefahr dar. Wenn wir der Furcht nachgeben und versuchen uns vor dem Drachen zu verstecken oder vor diesem zu fliehen, wird er uns weiterhin verfolgen, möglicherweise auch in andere Bereiche unseres Gartens (unseres Lebens). Dabei wird er uns immer imposanter erscheinen. Bis es uns schließlich gelingt, den Mut aufzubringen, uns dem Drachen zu stellen und ihm in die Augen zu sehen. Wir stellen uns der Herausforderung, beginnen den scheinbaren Kampf, der sich mit der Zeit (& Erfahrung) zu einem Tanz entwickelt. Erst dann können wir erkennen, welche Aufgabe der Drache für uns bereit hält und dass er uns nicht feindlich gesinnt ist. Drachen tauchen letztlich immer in unserem Interesse auf. Sie tauchen auf, wenn unser Weg uns an eine Schwelle geführt hat. Der Drache ist der Hüter der Schwelle (zum nächsten Schritt, zur nächsten Lernerfahrung, zur nächsten Entwicklungsstufe - Krisen sind die Vorboten persönlicher/spiritueller Wachstumsphasen). Er hilft uns z.B. dabei

 

  • uns selbst besser kennen zu lernen
  • eine Herausforderung zu bewältigen
  • einen anstehenden Entwicklungsschritt zu vollziehen
  • unsere Persönlichkeit zu entwickeln
  • Potentiale zu erkennen & zu entfalten
  • Ängste oder Hemmungen zu überwinden
  • Lebenssituationen zu klären
  • Entscheidungen zu treffen und/oder neue Wege zu gehen
  • schöpferisch mit Krisen umzugehen
  • Antworten auf offene (Lebens-)Fragen zu finden
  • von einem Ungleichgewicht in ein neues Gleichgewicht zu finden
  • (gewünschte oder sich aufdrängende) Veränderung bewusst zu gestalten
  • zu uns selbst zu finden, in Liebe zu uns selbst zu wachsen
  • letztlich in unserer Ganzheit zu erstrahlen.